Untnernehmensphilosophie: Gemeinsam oder als Einzelkämpfer

Jeder der sich selbstständig machen will oder sich bereits selbständig gemacht hat fragt sich, welche Firmenphilosophie er vertreten will.

Will er gemeinsam mit anderen zum Erfolg kommen oder sieht er seine Chance nur als Einzelkämpfer?

Auch wir stellten uns diese Frage schon! Öfters!

Warum wir mehrfach dieser Frage nachgingen ist einfach erklärt.

Wir sind im Grunde eindeutig PRO GEMEINSAM!

Aber leider birgt dies viele Probleme in sich und so kommt man dann doch immer mal wieder ins grübeln ob man es als Einzelkämpfer nicht besser hätte.

Als Einzelkämpfer hat man den Vorteil niemandem verpflichtet zu sein und auch keinem Rechenschaft legen zu müssen.

Meiner Meinung nach überwiegen jedoch die Nachteile!

Denn man muss auch alles alleine machen! Und somit liegt einem auch nur die eigene Gedankenwelt offen.

Klar ist es oft mühsam und oft auch ärgerlich wenn man mit anderen versucht auf einen Nenner zu kommen. Aber in diesen Gesprächen kommt sehr viel ans Licht, was man selber vielleicht übersehen hätte, gar nicht bedacht hat oder schlichtweg anders beurteilt hätte!

Deswegen und weil ich der Meinung bin, dass man auf lange Sicht immer Partner braucht-und wenn es nur dafür ist, damit es besser läuft-bin ich für eine gemeinsame Unternehmensphilosophie!

Aber gemeinsam ist nicht immer einfach oder leicht!

Umso mehr Partner man hat mit denen man arbeiten will umso mehr verschiedene Menschen und Ansichten treffen aufeinander.

Das ist oft wirklich gut, da jeder eine eigene Herangehensweise an Problemfelder und Ideen hat - aber auch darin verbirgt sich eine enorm große Gefahr!

Denn was tut man oder wie verhält man sich wenn die eigene Sicht der Dinge scheinbar kritisiert wird?

Oder ganz von den Partnern verworfen wird?

Bis wohin geht dieses gemeinsam eigentlich? Und ab wann überschreitet man die Grenzen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit?

 

All diese Fragen kann man nicht pauschal beantworten.

Für mich hängt dies ganz stark damit zusammen, wie gut ich meinen Partner wirklich kenne und einschätzen kann und wie mir etwas mitgeteilt wird.

Ja, ehrliche Meinung und die Wahrheit ist mir wichtig - auch wenn es nicht immer einfach ist!

Aber "Der Ton macht die Musik" ist auch ganz wichtig und zu beachten.

 

Mittlerweile habe ich aber feststellen müssen, dass weder Ehrlichkeit noch Ton etwas ist was man leicht unter Partnern findet!

 

Auf allen Ebenen - egal ob nun Privat oder Geschäftlich - ob armer Schlucker oder gut betucht - egal ob Mann oder Frau -

EHRLICHKEIT und der PASSENDE UMGANGSTON ist MANGELWARE

 

Gerade im Umgang mit Behörden oder Institutionen hat man mit Unehrlichkeit und Informationslosigkeit zu kämpfen. Aber wenn man dies bemängelt kommt noch ganz schnell Vertuschung, leugnen und natürlich ein sehr unpassender Umgangston dazu - ganz nach dem Motto "getroffene Hunde bellen".

Hier hat man dann nur zwei Möglichkeiten:

 

1) Man lässt es auf sich beruhen und arbeitet alleine weiter.

Dies ist zwar Nervenschonender, jedoch leben diese Institutionen genau von diesem Denken.

Denn jeder der nicht weiter nachhakt oder die vorgefallenen Dinge klären lässt trägt dazu bei, dass diese "Firmen" diese Haltung beibehalten und ausbauen. Somit kommt man nicht nur selber nicht weiter, sondern auch in Zukunft können man selbst und andere nicht weiter kommen.

Somit bleibt die zweite Möglichkeit.

 

2) Man besteht auf sein Recht und die Richtigkeit.

Dieser Weg ist oft langwieriger als man am Anfang denkt und leider auch nicht immer von Erfolg gekrönt.

Jedoch zeigt man so - jenachdem wie man diesen Weg genau beschreitet - etwas leiser oder sehr laut auf, wie teilweise miteinander umgegangen wird.

 

Im Umgang mit kleineren Partnern ergeben sich oft zwischenmenschliche Probleme.

Der eine findet, dass der andere sich nicht genug bemüht und die gemeinsamen Interessen nicht richtig oder überhaupt nicht vertritt.

Auch kommt es bei kleinen Partnern oft vor, dass nicht jeder die Trennung zwischen Privat und Geschäft gleichzieht.

Doch egal welche Probleme sich genau ergeben, so finde ich, kann man diese nur beheben kann wenn man diese ehrlich und ruhig anspricht.

Hier verbirgt sich aber ein ungeahntes Problem!

Denn egal wie ruhig und egal wie gut die Absicht ist, ein zwischenmenschliches Problem mit privatem Einschlag zu besprechen ist immer persönlich und wird oft vom Gegenüber als Angriff gewertet.

Und wenn dies passiert kann man das Gespräch auch schon beenden, denn somit ist hier nicht mehr mit Konstruktivität zu rechnen.

Warum?

Der Mensch neigt in einer Situation in der er sich angegriffen fühlt einfach dazu sich verteidigen zu wollen oder einen Gegenangriff zu starten.

Beides ist für eine Klärung nicht hilfreich.

Also ist es in so einem Fall wohl besser das Gespräch kurzfristig zu beenden und ein andermal aufzugreifen.

Man muss jedoch auch so ehrlich sein, dass es manchmal zwar zu einer Klärung kommt, diese aber unter Umständen nur kurzfristig ist und dann dieses Problem wieder und immer wieder auftritt.

Hier gilt wie in jeder Partnerschaft, dass man Probleme auch öfter ansprechen kann und muss - aber man muss auch Grenzen haben.

Denn für keinen der Geschäftspartner ist es gut, wenn immer wieder viel Energie in die Klärung des gleichen Problems oder ähnlicher Probleme gesteckt werden muss - diese Energie braucht jede Seite für das Geschäft. So sollte man- wenn es sich wirklich nicht auf lange Sicht klären lässt- die Partnerschaft lieber einvernehmlich und so gut wie möglich beenden, damit für keinen der Partner ein weiterer Schaden entsteht.

 

Mein Fazit ist: gerne gemeinsam aber nicht um jeden Preis!

 

Nun hoffe ich euch die einen oder anderen neuen Gedanken und Problemfelder für eure persönliche Unternehmensphilosophie aufgezeigt zu haben!

 

Eure Christin, die immer noch trotz vieler negativer Erfahrungen an ein gemeinschaftliches Miteinander glaubt!

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Kommentare: 1
  • #1

    meschnik (Montag, 24 April 2017 20:05)

    Das hast du sehr schön und toll formuliert.